AKEPE-Türkei: Kommt Stagflation u. Ende des Erfolges von Erdoğan? – Wirtschaftliche Sanktion der EU notwending

AKEPE-Türkei: Kommt Stagflation u. Ende des Erfolges von Erdoğan? – Wirtschaftliche Sanktion der EU notwending

Zur Information:

 

https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-01-10/turkey-central-bank-signals-intervention-amid-lira-depreciation

 

Die anhaltende Entwertung der Türk Lirası (TL) gegenüber den $ ist nur eines mehrerer Anzeichen für eine kommende Wirtschaftskrise, die sich seit 2015 verstärkt abzeichnet.

 

Die AKEPE-Türkei steht damit nicht nur vor der Gefahr des Endes des Wirtschaftswachstums der letzten Jahre. Sondern vor der Gefahr einer Stagflation (Kofferwort aus Stagnation und Inflation), wo innerhalb eines Wirtschaftsraumes wirtschaftliche Stagnation mit Inflation einhergeht:

 

http://www.paraanaliz.com/intelligence/american-reflation-trigger-turkish-stagflation/

 

Damit würde es u.a. zu steigender Arbeitslosigkeit (bei persitent hoher Jugendarbeitslosigkeit) und steigenden Preisen kommen, womit der wirtschafliche Erfolg und die sozialen Wohltaten für die Bewohner der Gecekondular an den Peripherien der Metropolen, wo viele Menschen aus Anatolien leben, da seit Jahren eine Landflucht innerhalb der Türkei in die urbanen Gegenden exisitert, im Zeitablauf nicht mehr zu finanzieren wären.

 

Die sich abzeichnende Wirtschaftskrise damit für den türkischen Staatspräsidenten und die islamistischen AKEPE die größte Gefahr für die angestrebte autoritäre Regierung unter ihren faktischen Alleinherrscher beinhaltet, weil sich ein quantitativ nicht geringer Anteil der Beliebtheit von Erdoğan nicht aus der islamistisch-nationalistischen und neo-osmanischen Politik erklärt. Sondern aus dem wirtschaftlichen Erfolg und den damit finanzierten sozialen Wohltaten seit 2002, womit sozial marginalisierte Wähler gewonnen werden.

 

IMPLICATIONS: The importance of welfare programs for sustaining the AKP’s hold on voter loyalty raises the question of the sustainability of this model for political success. The model depends on an income redistribution that has the potential of adding another conflict dimension to the already divisive and polarized social and political landscape of Turkey.

 

https://www.turkeyanalyst.org/publications/turkey-analyst-articles/item/106-welfare-policies-are-the-key-to-the-akp%E2%80%99s-electoral-successes.html

 

Die EU damit gegen Erdoğan das Mittel wirtschaftlicher Sanktionen besitzt, um seiner derzeitigen Politik wirksam zu begegnen. Daran ändert auch der EU – AKEPE-Türkei Flüchtlingsdeal nichts, da die EU wirtschaftlich nicht auf die Türkei angewiesen ist. Andersrum schon:

 

By “encouraging” Turkey to adopt the EU regulatory standards and granting it preferential access to the EU’s internal markets, this economic union increased the competitiveness of Turkish manufactured products. As a result, bilateral trade between Turkey and the EU increased almost six-fold from $28 billion in 1995 to approximately $158 billion in 2014, making Turkey the EU’s sixth-largest trading partner, while the EU became Turkey’s largest. The fact that Turkish manufactured products met EU standards also significantly increased demand for Turkish exports in the immediate neighborhood. These developments led to an almost 20-fold increase in Turkey’s foreign trade in this region between 1995 and 2014, stimulating the regional economy and contributing to its growth.

 

http://www.gmfus.org/publications/why-eu-turkey-customs-union-upgrade-good-turkey

 

 

Und selbst die absehbare politisch-wirtschaftliche Annäherung an Ländern wie Russland und Iran kann kurzfristig nicht die Folgen westlicher Wirtschaftssanktionen auffangen, die die türkische Wirtschaft direkt treffen würden.

 

Anscheinend besitzt man aber auf EU Ebene entweder kein Interesse daran, den türkischen Staatspräsidenten Einhalt zu gebieten.

Oder man will auf jeden Fall die AKEPE-Türkei in die EU holen, was die derzeitige EU sprengen würde, weil dann u.a. eine Masseneinwanderung dort sozial marginalisierter und für den ersten Arbeitsmarkt nicht qualifizierter Menschen aus der Türkei in die europäischen Communities einsetzet würde, was von der AKEPE zum Export sozialen Konfliktpersonals zur Verhinderung sozialer Eruptionen im Inland noch gefördert werden würde.

Somit die europäischen Sozialsysteme dann vor nicht absehbaren Belastungen stehen, während gleichzeitig die nationalistisch-islamistische und neo-osmanische AKEPE Politik nach Europa transportiert wird, da viele seiner Anhänger aus der genannten sozialen Schicht stammen. Die dann nach Europa einwandern würden.

Und schon jetzt wächst der AKEPE Einfluss über Lobbyorganisationen in Teilen der bestehenden türkischen Communities, womit Konflikte aus der Türkei (kurdische PEKEKE, religiöse Hizmet-Bewegung, politischer Rechtsextremismus und Turancılık der Bozkurtçular) auch in Europa ausgetragen werden, wodurch etwa ein Anstieg politisch motivierter Strassengewalt zu erwarten ist.

 

Man daher die derzeitgen Gespräche über einen EU-Beitritt der AKEPE-Türkei endgültig einstellen sollte, um realiter über einen Grundlagenvertrag zukünftiger Beziehungen zu verhandeln, da es sich derzeit fragt, ob etwa der Status einer Privilegierten Partnerschaft überhaupt noch in Frage kommt:

 

http://www.europarl.europa.eu/brussels/website/media/Lexikon/Pdf/Privileg_Partnerschaft.pdf

 

Dr. Thomas Tartsch

www.thomastartsch.org

 

Copyright und alle Rechte: Bei den jeweiligen Autoren. Bei meinen Ausführungen: Bei mir

 

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