Dr. Albayati: Ja zum Burka-Verbot Österreich – Dr. Tartsch: Diskussion auch in Deutschland notwendig (Stellungnahme analog Kopftuch)

Dr. Albayati: Ja zum Burka-Verbot Österreich – Dr. Tartsch: Diskussion auch in Deutschland notwendig (Stellungnahme analog Kopftuch)

Zur Information:

 

Dr. Amer Albayati (ILMÖ): Ja zum Burka-Verbot in Österreich

 

Quelle im Anhang: Die Krone, Samstag 14.01.2017, S.18

 

 

Auch wenn sich die Fälle von Burka-Trägerinnen in Deutschland als quantitativ marginal darstellen, weil die „richtige“ Burka primär in Ländern wie Afghanistan und Pakistan getragen wird, entbindet dies auch in Deutschland nicht von der Notwendigkeit einer Diskussion bezüglich eines Verbotes der Vollverschleierung im öffentlichen Raum, wo es gesetzlich möglich ist, wenn die Vollverschleierung als Aufruf zur Da’wah (Einladung zum Islam als Missionierung) vom politisch ausgelegten Islamismus und radikal-dschihadistischen Salafismus benutzt wird, damit sich angeblich „glaubensschwache“ Muslima bruchlos in deren Gemeinschaften und Lebensgestaltungen einfügen, da hiermit ein bewusst segregativ-politisches Signal an die nichtmuslimische Umwelt gesendet wird, die verachtet wird. Und letzten Endes überwunden werden soll.

 

Der freiheitlich, säkularisierte Staat damit aufgefordert ist, solche Bestrebungen abzuwehren, da hier jede Religion in einer Minderheitenposition zu verbleiben hat.

So etwa, wenn religiöse Gruppierungen das ohne Bedingung, allgemein gewährte und eingehegte Freiheitsrecht der Religionsfreiheit, welches der Verhinderung religiös motivierter zwischenmenschlicher Gewalt  dient ,um den Zusammebruch der normativen Ordnung zu verhindern, ausnutzen, um politische Ziele durchzusetzen, die auf die Überwindung der hier geltenden Trennung von politischer und religiöser Sphäre als Ausfluss der neuzeitlichen Aufklärung gerichtet sind, um eine schari’ahtische Nomokratie zu errichten, die politisches Handeln wieder in einen religiösen Begründungszuammenhang einbindet, da angeblich Islam nur dann Religion sein kann, wenn er in einem scharia’ahtisch begründeten Gemeinwesen gelebt wird, weil Din wa Daula (Religion und Staat) eine Einheit bilden, wo die beste Gemeinschaft das Rechte gebietet und das Verwerfliche verbietet [3:110 Koran – Konzept von al Hisba – i.V.m. 3:104 Koran].

 

So eine der Losungen der ägyptischen Muslimbruderschaft, die den Islam ein dem Westen in allen Belangen überlegenes System propagiert. Und auch in Europa seit den späten 1950er Jahren über Netzwerke bis auf die Ebene des EU-Parlamentes aktiv ist, um durch Infiltration sozialer Netzwerke, Kontrolle über Moscheen und Lobbyarbeit ihre religiös unterfütterte politische Ideologie zu verbreiten.

 

Dagegen aber kein politischer, ethischer, philosophischer oder sonstiger Imperativ besteht, der eine verfasste Ordnung dazu auffordert, an einer angestrebten Überwindung seiner Existenz mitzuwirken.

 

Vielmehr kannn nur das gelten, was Thomas Jefferson (3. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, 1743 – 1826) angemahnt hat:

 

Besser den Wolf aus der Schafherde heraushalten, als darauf zu vertrauen, man könne ihm Zähne und Klauen ziehen, nachdem er eingebrochen ist.

 

 

 

Vor Jahren habe ich zur Frage eines Kopftuchverbotes in Kindergärten und Kindertagesstätten Stellung bezogen.

Die Ausführungen können auch auf das Vollverschleierungsverbot übertragen werden, wobei die Burka generell nichts islamspezifisches darstellt.

Sondern aus der jeweiligen Historie der betroffenen islamischen Länder abgeleitet werden kann. Und nicht aus der islamischen Religion.

 

“ […] Während sich die grundlegende inhaltliche Bedeutung von „Islām“ als die einzig dem Menschen zugedachte Daseinshaltung aus dem Koran selbst ergibt [so etwa 30:30], muss man sich vergegenwärtigen, wie sich das Gesetz (šarīʿah) als eine die ganze Existenz überformende Handlungsanweisung definiert. Die šarīʿah  ist das von Allāh den Menschen auferlegte Gesetz, welches diesen in Form des Koran und der nachkoranischen Sunna als Gesamtheit des islamischen Normensystems übergeben wurde, womit dieses Normensystem die Grundlage der ganzheitlichen islamischen Lebensführung (Dīn) bildet. Dieses kann nicht aus dem Koran herausgelesen werden, sondern stellt das Ergebnis historischer Entwicklungen bis ins 11. Jahrhundert dar, als sich die Meinung durchsetzte, jeder Bereich im Leben eines Muslim unterliegt dem Urteil der šarīʿah, da diese ein alles umfassendes und regelndes System darstellt.

Dagegen können sich Islamisten bezüglich der Überlegenheit des Gegenentwurfes der „rechtgeleiteten“ Gemeinschaft auch auf den Koran berufen, der das islamische Gemeinwesen als „beste Gemeinschaft, die das Rechte gebietet, das Verwerfliche verbietet und an Allāh glaubt“ charakterisiert. So sūrat(u) l-ʿim’rān: 110 [3:110]: „kuntum khayra ummatin ukh’rijat lilnnāsi tamurūna bil-maʿrūfi watanhawna ʿani l-munkari watu’minūna bil-lahi“.

Trifft dies alles zu, kann das Kopftuch in Schulen und Kindertagesstätten – nicht nur, aber auch – als islamistisches Symbol der Segregation von der „ungläubigen“ und „glaubensschwachen“ Umgebung und als Zeichen einer angestrebten rigiden Trennung der Geschlechter in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen eingeordnet werden.

Ebenso würde sich das Kopftuch – in islamistischer Sichtweise – als ein Instrument der nonverbalen da´wah (Ruf zu einer ganzheitlichen islamischen Lebensführung als Missionierung) in Schulen und Kindertagesstätten darstellen, womit es nicht mehr allein um den Ausdruck einer individuellen religiösen Überzeugung geht. Sondern um eine Aufforderung an muslimische Kinder und Jugendliche, sich bruchlos in die islamistische Gemeinschaft und deren Lebensgestaltung einzufügen. Diese Form der da´wah richtet sich hierbei primär an „glaubensschwache“ Muslima, die sich dem universellen Geltungs- und Regelungsanspruch der šarīʿah  unterwerfen sollen.“

http://www.citizentimes.eu/2011/07/12/stellungnahme-zur-frage-eines-kopftuchverbotes-in-schulen-und-kindertagesstatten/

Dr. Thomas Tartsch

www.thomastartsch.org

Copyright und alle Rechte: Bei den jeweiligen Autoren

 

 

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