EUROPOL Report DAESH/al Qaidah bestätigt Voraussagen von Dr. Amer Albayati/Dr. Thomas Tartsch bezüglich Gefährdungslage durch den Salafi Dschihadismus seit November 2015 – Einschätzung Gefährdungslage 2017: Gleichbleibend hohe Gefahr von Anschlägen und Attentaten in der WENA-Region wie 2016

EUROPOL Report DAESH/al Qaidah bestätigt Voraussagen von Dr. Amer Albayati/Dr. Thomas Tartsch bezüglich Gefährdungslage durch den Salafi  Dschihadismus seit November 2015 –
Einschätzung Gefährdungslage 2017: Gleichbleibend hohe Gefahr von Anschlägen und Attentaten in der WENA-Region wie 2016

Zur Information:

 

“EU member states that participate in the anti-IS coalition are regarded by IS as legitimate targets. IS appears to have a preference for attacking soft targets as a means to instil maximum fear in the general public.“:

 

https://www.europol.europa.eu/publications-documents/changes-in-modus-operandi-of-islamic-state-revisited

 

Damit bestätigt der neue EUROPOL Report – wieder einmal – das, wovor Dr. Amer Albayati und ich schon seit November 2015 immer wieder gewarnt haben:

 

Titel: Weiterhin Terrorgefahr in Europa nach Pariser Anschlägen

Utl.: Unsere Solidarität mit Frankreich und Europa im Kampf gegen islamistischen Terrorismus und radikalen Islamismus

Utl.: Islamistische Kämpfer als angebliche Flüchtlinge längst nach Europa eingeschleust

Utl.: Die Liberalen Muslime haben vorher gewarnt!

IS Terroristen, militante Dschihadisten, Salafisten, Muslimbrüder, Foreign Fighter Rückkehrer und der indigene dschihadistische Homegrown Terrorism stellen eine ernste Bedrohung für ganz Europa dar!

Terror-Experte Amer Albayati hat mehrfach kundgetan, dass Anschläge in Paris – und möglicherweise auch in London – zu erwarten sind!

So sprach er bei Vorträgen am 24.10.2015 in Graz, am 03.11.2015 und 04.11.2015 in Wien davon, dass nach der Eskalation des Krieges in Syrien, islamistische Kämpfer als angebliche Flüchtlinge nach Europa eingeschleust werden und mit Terroranschlägen in Europa gerechnet werden muss.

http://www.initiativeliberalermuslime.org/pressemitteilungen/16-11-2015/

Das verdeutlichte 2015 die quantitativ stark gestiegene Zahl  von Anschlägen und Attentate in Europa (Paris) und Nordamerika (San Bernardino) durch Anhänger beider Gruppierungen. Auch 2016 muss mit einer weiteren quantitativen und qualitativen Steigerung der Zahl terroristischer Anschläge und Attentate durch ein heterogenes Täterspektrum gerechnet werden, womit sich dieser religiös legitimierende Terrorismus zur Normalität sozialer Wirklichkeit entwickelt, da die abstrakte Gefährdungslage immer öfter in eine konkrete Gefährdungslage umschlägt. Richtigerweise spricht daher der Terrorismusforscher Peter Neumann von einer beginnenden fünften Welle des Terrorismus, die den Westen mindestens eine Generation beschäftigen wird.

http://www.initiativeliberalermuslime.org/pressemitteilungen/13-01-2016/

Daher rechnet Tartsch für Österreich und Europa in Zukunft mit quantitativ steigenden und vermehrt erfolgreich verlaufenden Anschlägen auf Soft Targets zur Erzielung eines hohen Bodycount (wie im November 2015 in Paris durch simultan ausgeübte Attentate und das Massaker im Bataclan-Theater) auf dem Niveau des Low Terrorism (Terrorismus, der mittels konventioneller Mittel wie Schusswaffen und Sprengkörper ausgeübt wird) durch Einzeltäter, Kleinst- und Kleingruppen. Diese agieren oftmals individuell und ohne direkte Kontakte zu dschihadistischen Netzwerken. Internetmagazine wie „Inspire“ von Al Qaidah auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) und „Dabiq“ von IS rufen dazu schon seit Jahren auf.

Es muss daher kurz- bis mittelfristig um die weitestgehende Verhinderung solcher Anschläge und das Containment von erfolgreicher Rekrutierung und Radikalisierung potentieller Anhänger gehen, die bereit wären, in Österreich Anschläge auszuüben oder als Foreign Fighter in das IS-Kalifat oder zu al-Qaidah Gruppierungen auszuwandern.

Langfristig muss es primär darum gehen, die Etablierung engmaschiger Netzwerke mit entsprechenden Kapazitäten und Ressourcen in Österreich zu verhindern, die Anschläge auf dem Niveau des High Level Terrorism –  wie die Anschläge des 11.september 2001 – ausüben könnten.

Gleichzeitig plädiert Tartsch in Weiterführung der Empfehlungen seiner Lehrer Prof. Edwin Bakker (Universität Leiden, ICCT-The Hague, NATO Defence College) und Prof. Daniel Byman (Georgetown University) für einen ganzheitlich ausgerichteten politisch-gesellschaftlichen Ansatz, der weiche und harte Maßnahmen vereint. Die politisch Verantwortlichen sollten schon jetzt die Resilience (psychische Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung nach einem erfolgten Anschlag) stärken. [Beitrag Dr. Albayati – ILMÖ Jahresbericht 2016]

[…]

Insoweit muss auch 2016 mit einer gleich bleibend hohen abstrakten Gefährdungslage durch den Salafi Dschihadismus gerechnet werden, die jederzeit in eine konkrete Gefährdungslage umschlagen kann, da Anschläge und Attentate aus den Spektren des indigenen Homegrown Terrorism, Lone Wolf Fighter, Foreign Fighter Rückkehrern aus ash-Sham und im Rahmen globaler Wanderungsbewegungen nach hier eingeschleuster Muqatilun (Kämpfer) von al-Qaidah und DAESH auch 2016 erfolgen werden.
Somit bleibt der Salafi Dschihadismus 2016 das Hot Spot Thema im sicherheitspolitischen Bereich, da es schon keine 100% Sicherheit gegen „Lone Wolf Fighter Terrorism“ auf Soft Targets gibt (Griffiths 2015).:

“In Western countries and the Gulf states, greater vigilance has encouraged the ‘lone wolf’ phenomenon or pushed militant groups to adopt loose forms of organisation that preclude sophisticated attacks against well-defended industrial and infrastructure targets. However, co-ordinated assaults using militant tactics – especially against ‘soft’ targets – remain difficult to defend against. Intelligence apparatuses are fallible and large-scale attacks will remain possible.”

Damit bleiben alle europäischen Länder weiterhin Teil eines globalen Gefährdungsraumes, der im Zielspektrum salafistisch-dschihadistischer Gruppierungen liegt. Auch wenn, im internationalen Kontext betrachtet, von einer besonders hohen Gefährdung der Vereinigten Staaten und Israel auszugehen ist, belegen die Anschläge 2015 in Europa, eine zwar nachrangige, aber relevanter werdende Gefährdung, die sich jederzeit in neuen Anschlägen manifestieren kann, da die Bedrohung Europa unmittelbar erreicht hat. [Mein Beitrag – ILMÖ Jahresbericht 2016]

http://www.initiativeliberalermuslime.org/jahresbericht-11-01-2016/

Einschätzung Gefährdungslage Salafi Dschihadismus WENA-Region 2017:

Auch 2017 muss in der WENA-Region (Westeuropa-Nordamerika) mit einer gleichbleibend hohen abstrakten Gefährdungslage durch den Salafi Dschihadismus im Rahmen der fünften Welle des Terrorismus gerechnet werden, die jederzeit in eine konkrete Gefährdungslage umschlagen kann, da Anschläge und Attentate aus den Spektren des indigenen Homegrown Terrorism, Lone Wolf- u. Wolf Pack Fighter, Self Made Jihadists, Foreign Fighter Rückkehrer aus ash-Sham und im Rahmen globaler Wanderungsbewegungen nach hier eingeschleuster Muqatilun (Kämpfer) von al Qaidah und DAESH gegen Soft Targets auf dem Niveau des Low Level Terrorism mit Messern, Fahrzeugen, Schußwaffen und Sprengkörpern zur Erzielung hoher Body Counts und Erregung globalen Medieninteresses durch terroristische Akte als strategische Kommunikationsform auch 2017 erfolgen werden, wobei neben Attentate/Anschläge durch Einzeltäter weiterhin mit Swarming Attacken durch Kleinst- und Kleingruppen wie in Paris und Brüssel zu rechnen ist.

Daran wird auch die absehbare Vernichtung des DAESH Chalifates in ash-Sham nichts ändern, da sich derzeit der Failed State Libyen, trotz Bekämpfungserfolge gegen die dortigen DAESH Kräfte, zu einem Sprinngboard für DAESH nach Europa entwickelt, während die Reste des Chalifates in ash-Sham wieder in den Stand einer Insurge Group fallen werden, um wie der Vorgänger Al Qaidah in Iraq/AQI einen langanhaltenden War of Attrition mit Hit and Run Attacken gegen die iraqische Regierung und andere ethnisch-religiöse Gruppen als „Nahen Feind“ zu führen, während die mit DAESH verbündeten Gruppierungen in den Wilaayaat (Regierungsbezirken) wie den HotSpots Nigeria und Sinai-Halbinsel ebenfalls den gewaltsamen Dschihad weiter ausüben, da das DAESH Netzwerk mi der Vernichtung des Chalifates nicht zusammenbricht. Sondern sich veränderenden Rahmenbedingungen anpassen wird, da Salafi Dschihadismus lernender Terrorismus ist.

Gleichzeitig bleibt die Gefährdungslage durch das Netzwerk um Al Qaidah Core in AFPAK (Afghanistan-Pakistan) weiterhin hoch, wobei insbesondere für Europa von Interesse sein wird, wie sich al Qaidah in Syrien (an-Nusrah) weiter entwickelt, da bei einer verstärkten Bekämpfung der heterogenen Salafi Dschihadi Groups in Syrien mit quantitativ steigenden Zahlen von Foreign Fighter Rückkehrern aus Syrien in die europäischen Herkunftsländer gerechnet werden muss, wobei al Qaidah auch weiterhin den gewaltsamen Dschihad in asch-Scharq al-Ausat gegen den „Fernen Feind“ Vereinigte Staaten und andere westliche Mächte führt, um diese aus der Region zu drängen, damit überall lokale Emirate als Vorstufe eines globalen Chalifates gegründet werden können, was der fast vergessene Krieg in Yaman zeigt, wo Al Qaidah auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) ein Emirat (neben Afghanistan und der Kauskasus-Region) gründen konnte, da al Qaidah sich immer dort erfolgreich als Freerider anklammern kann, wo Stellvertreterkriege (Yaman: arabisch-sunnitsches Saudi-Arabien gegen nichtarabisch-schiitischer Iran) Weak States in Failed States verwandeln.

Auch wenn die zu erwartenden Attentate und Anschläge keine verfasste Ordnung in ihren Grundfesten erschüttern können, entbindet dies nicht von der Verpflichtung, die Trias Repression, Prävention und Intervention zu einer kohärenten und umfassenden Strategie im Rahmen von Counterterrorism-Countering Violence Extremism (CVE) auf nationaler, europäischer und globaler Ebene zu vernetzen, um dieser Gefährdungslage wirkungsvoll und angemessen begegnen zu können, die uns als fünfte Welle des Terrorismus noch mindestens eine Generation beschäftigen wird.

 

Dr. Thomas Tartsch

www.thomastartsch.org

Copyright und alle Rechte: Bei den jeweiligen Autoren, ILMÖ und Albayati/Tartsch

 

 

 


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