Schmidinger best. Albayati/Tartsch bez. Erdoğanisierung IGGiÖ u. ATIB de facto AKEPE

Schmidinger best. Albayati/Tartsch bez. Erdoğanisierung IGGiÖ u. ATIB de facto AKEPE
http://kurier.at/politik/inland/erdogans-einfluss-auf-die-iggioe/205.513.257

Zur Erinnerung unsere Einschätzung vom Wochenende:

https://ameralbayati.wordpress.com/2016/06/18/albayatitartsch-z-moeglichen-erdoganisierung-iggioe-muslimische-stimmen-geg-islamismus-und-auslandssteuerung-d-org-islam/

Ebenso im April 2016:

https://ameralbayati.wordpress.com/2016/04/03/albayatitartsch-gegen-die-angst-in-der-diskussion-ueber-die-thematik-islam-und-gewalt-verbot-der-radikalen-islam-szene-notwendig-2/

Daneben existiert schon seit längerer Zeit eine virituelle AKEPE Gemeinde Österreich bei Facebook:

AKEPE Wien:

AKEPE Niederösterreich:

AKEPE Linz:

AKEPE Salzburg:

Zusammenfassung:
Die absehbare Erdoğanisierung der IGGiÖ wird im Zusammenspiel mit einer weitergehnden AKEPE’desierung der ATIB nicht nur den Einfluss der derzeitigen türkischen Regierung in Österreich verstärken und die IGGiÖ langfristig spalten, während sich die jetzt schon bestehenden Abschottungstendenzen entlang ethnisch-religiöser Bruchlininen auf gesellschaftlicher Ebene noch verstärken werden, da sich ein quantitativ größer werdender Teil – primär jugendlicher AKEPE-Anhänger – im Rahmen sich ausbildender monogamer Staatsloyalität zur AKEPE-Türkei gegen die österreichische Mehrheitsgesellschaft entscheiden, da die islamistisch-nationalistische AKEPE Ideologie, die sich in der Person des türkischen Staatspräsidenten als neuer osmanischer Sultan kummuliert, zur Grundlage einer Gemeinschaftsbildung innerhalb der Gesamtgesellschaft dient, die auf den Determinanten ethnische Herkunft (übersteigertes Türkentum kemalisitscher Prägung) und religiöse Orientierung ( sunnitischer AKEPE-Islam) beruht, die sich mit revitalisierten osmanischen Triumphalismus verbindet als Selbstvergewisserung der eigenen ethnisch-nationalisitschen und religiösen Identität sui generis, die sich als überlegen ansieht, um subjektiv oder objektiv erfahrende Marginalisierungs- und Diskriminierungserfahrungen zu kompensieren (Theorie der sozialen Identität; Tajfel/Turner et al.).
Die Folge dieser Entwicklung kann, in Abhängigkeit von politischen Entwicklungen in der Türkei und Europa, zu klassischen In-Group – Out-Group Konfikten führen, da jede Kritik am türkischen Staatspräsidenten auf politisch-gesellschaftlicher Ebene als direkter Angriff auf die eigene Identität innerhalb der sozialen gemeinschaftlichen Kollektividentität „AKEPE Türke und stolzer Nachfahre der Osmanen“ angesehen wird, was in der Abfolge gruppendynamischer Prozesse zu entsprechenden sozialen Eruptionen und delinquenten Verhalten führt, welches durch gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen eine spezifische legitimatorische Unterfütterung erhält.
Diese Gewalt kann sich sowohl gegen die österreische Gesellschaft als Out-Group 1 richten. Aber auch gegen Mitglieder anderer innertürkischer Konflikte wie Anhänger der kurdischen marxistisch-leninistischen Kaderpartei Partiya Karkerên Kurdistanê (PEKEKE) als Out-Group 2, die nach Österreich importiert wurden. Und hier auch seit Jahrzehnten ausgetragen werden.
Insgesamt gesehen kann, bei gleich bleibenden und/oder sich verschärfenden Entwicklungen, fortschreitende gesellschaftliche Abschottung und politisch-ethnisch-religiös motivierte Strassengewalt zur Realität sozialen Lebens in Österreich und Europa werden, da diese Entwicklungen in allen europäischen Staaten mit türkischen Communities zu konstatieren sind.
Zumal derzeit nicht absehbar ist, dass die AKEPE in der Türkei ihre Lobbyarbeit in Europa einstellt, sondern man beobachten muss, wie sich die parlamentarische Zusammenarbeit zwischen islamistischer AKEPE und rechtsextremer, antisemitischer und turanistischer (Milliyetçi Hareket Partisi) MEHEPE entwickelt, deren Anhänger in Europa u.a. als Bozkurtçular (Graue Wölfe) bekannt sind. Sich somit politisch ausgelegter Islamismus mit nationalistischen Einschlag kemalistischer Prägung und politischer Rechtsextremismus mit religiöser Unterfütterung annähern könnten, was sich auch auf die türkischen Communities in Europa auswirken würde, da beide Ideologien, bei allen Unterschieden, auch teilweise Schnittmengen aufweisen.
Hier gilt es, die weiteren Entwicklungen im Auge zu behalten.

———————
Dr. Amer Albayati
Initiative Liberaler Muslime in Österreich (ILMÖ)
Islam- und Terrorexperte
Dr. Thomas Tartsch
Berater Initiative Liberaler Muslime in Österreich (ILMÖ)
Politikberatung; Beratung zu den Themen Terrorism – Counterterrorism
http://www.initiativeliberalermuslime.org/
https://ameralbayati.wordpress.com/
http://www.thomastartsch.org
Copyright und alle Rechte: Bei den jeweiligen Autoren bez. Albayati/Tartsch (ILMÖ)

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