Warnung Albayati/Tartsch: 5. Terrorwelle – SIPOL Über- und Ausblick DAESH – al-Qaidah

“ […] Wie Dr. Amer Albayati, Islam- und Terrorexperte, Präsident, Initiative Liberaler Muslime Österreich – ILMÖ und der Counterterrorism Berater Dr. Thomas Tartsch in ihren Beiträgen zu den Jahresberichten 2016 der ILMÖ ausgeführt haben, stellt der Salafi Dschihadismus von DAESH und Gruppierungen des Netzwerkes al-Qaidah eine beständig steigende Gefahr für Europa und Nordamerika dar.

Das verdeutlichte 2015 die quantitativ stark gestiegene Zahl von Anschlägen und Attentate in Europa (Paris) und Nordamerika (San Bernardino) durch Anhänger beider Gruppierungen. Auch 2016 muss mit einer weiteren quantitativen und qualitativen Steigerung der Zahl terroristischer Anschläge und Attentate durch ein heterogenes Täterspektrum gerechnet werden, womit sich dieser religiös legitimierende Terrorismus zur Normalität sozialer Wirklichkeit entwickelt, da die abstrakte Gefährdungslage immer öfter in eine konkrete Gefährdungslage umschlägt. Richtigerweise spricht daher der Terrorismusforscher Peter Neumann von einer beginnenden fünften Welle des Terrorismus, die den Westen mindestens eine Generation beschäftigen wird.
Albayati/Tartsch sehen den Anschlag in Istanbul, wenn sich die Urheberschaft von DAESH bestätigen sollte, als Fanal und Ausgangspunkt weiterer Entwicklungen:“
http://www.initiativeliberalermuslime.org/…
Von einer historisch globalen Perspektive sei 2014 aus gesehen, hat sich DAESH seit der Gründung des Chalifates im Sommer 2014 zusammen mit seinen verbündeten Filialen wie Islamic State’s West Africa Province” (Iswap) [vormals Boko Haram] zur aktivsten Salafi-Dschihadi Organisation bez. terroristischer Anschläge entwickelt:
“ Since declaring its caliphate in June 2014, the self-proclaimed Islamic State has conducted or inspired more than 70 terrorist attacks in 20 countries other than Iraq and Syria, where its carnage has taken a much deadlier toll; those attacks outside Iraq and Syria have killed at least 1,200 people and injured more than 1,700 others.“
http://www.kitv.com/story/31503167/…
Gleichzeitig gewinnt auch das Netzwerk um Al-Qaidah Core (AQC) um den First-in-Command Aiman az-Zawahiri – von der Öffentlichkeit fast unbemerkt – wieder an Einfluss.
Zum einen durch die AQC Filiale Al Qaidah auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) durch den Krieg im Failed State Yemen, der heute als politisch-religiöser Bürgerkrieg und Stellvertreterkrieg zwischen sunnitischen Saudi-Arabien und schiitischen Iran geführt wird. Hier entsteht (neben dem Failed State Libyen mit Schwerpunkt DAESH Gruppierungen) eine neuer Hub und Safe Haven des Salafi-Dschihadismus in der Region:
“ Rivals Al-Qaeda and the Islamic State group are cementing their presence in south Yemen in the absence of state authority and little opposition from pro-government Arab coalition forces, experts say.
For the first time since its campaign against Iran-backed Shiite rebels in Yemen began almost a year ago, warplanes from the Sunni Saudi-led coalition this weekend targeted jihadists in Aden. Analysts fear such action may be short-lived, however, and that the growing jihadist power in the south may be unstoppable.“
http://news.asiaone.com/news/world/…
Zum anderen durch die AQC Filiale Al Qaidah im Islamischen Maghrib (AQIM) mittels erhöhter Anschlagssdichte in West- und Nordafrika auf Soft Targets mit hohen Bodycount, wobei es für AQIM Gruppen auch um die Sicherung der Gewinne aus Drogenschmuggel und anderen Bereichen des TOC (Transnational Organized Crime) geht, da schon in der Sahelzone Salafi-Dschihadismus und TOC symbiotische Verbindungen eingegangen sind.
Das betrifft auch Westeuropa, wo derzeit rund 90% des dort gehandelten Kokains von südamerikanischen Drogenkartellen wie FARC stammt, die mit AQIM Gruppen zusammenarbeiten. Ebenso verdienen AQIM und DAESH Gruppierungen am Migrant Trafficking in die EU :
http://www.nytimes.com/2016/03/16/w…
http://www.ft.com/cms/s/0/0c294438-…
http://www.ibtimes.com/drugs-money-…
http://neurope.eu/article/al-qaeda-…
Damit befinden sich derzeit Al Qaidah Core und DAESH in einem internen Kampf um die Vorherrschaft des tansantional ausgelegten Salafi Dschihadismus, was für die WENA Region (West Europe North Amerika) insoweit Folgen haben kann, da jeder Gruppierung versuchen wird, möglichst blutige Anschläge (Tactic) durch ihre jeweilige Anhängerschaft in WENA ausüben zu lassen, um sich einen Vorteil im Konkurrenzkampf zu verschaffen (Strategy).
Diese Gefährdungslage differenziert sich durch Tätergruppen wie SMJ (Self Made Jihadists) als Form des Leaderless Jihadism noch weiter aus, da in Zukunft vermerhrt Täter agieren, die man nicht mehr eindeutig einer der beiden Salafi Dschihadi Lager AQC und DAESH zuordnen kann.
Eine Folge des durch den Social Jihad in sozialen Netzwerken und Interentmedien wie den Internetmagazinen „Inspire“ (AQAP) und „Dabiq (DAESH) seit Jahren propagierten Aufruf, im Rahmen seiner eigenen inidivduellen Möglichkeiten Anschläge als „Lone Wolf Fighter“ auszuführen, wobei Inspire im Rahmen des Open Source Jihad neben der Inspiration und der religiösen Legitimierung auch das notwendige Know How für Bombenbau etc. zur Verfügung stellt.
Gleichzeitig verschärfen sich die sicherheitspolitischen Lagen im Nahen Osten, West- und Nordafrika, während die Türkei weiterhin das Ziel von Anschlägen aus den Bereichen des ethno-separitistischen Terrorismus (wie die PKK Abspaltung Teyrêbazên Azadîya Kurdistan [Freiheitsfalken Kurdistan] ) und des Salafi Dschihadismus (DAESH) bleibt, da neben den sich ausweitenden Konlikt zwischen islamistischer AKEPE Regierung und kurdischen Gruppierungen die Türkei für DAESH inzwischn als nichtislamisches Dar(u) t-Taghut (Land des Götzendienstes als Gegensatz zu Tawhid: Die Einheit, Einheitlichkeit und Einzigartigkeit Allahs) mit dem „großen Satan“ Recep Tayyip Erdoğan gilt. So schon das DAESH Internetmagazin Konstantiniyye (Konstantinopel), welches dezidiert gegen AKEPE, PKK und die links-kurdische HADEPE agitiert:
http://www.hurriyetdailynews.com/is…
Und selbst, wenn das DAESH Chalifat zerschlagen und die viehische Abschlachterei in Syrien durch ein Ende des Krieges offiziell beendet wird, bleibt DAESH weiterhin eine Gefährdung, da es entweder in ash-Sham in den Status einer Insurgency Group wie der Vorgänger Al Qaidah in Iraq (AQI) zurückfällt. Oder eine Verlagerung seiner Kräfte nach Libyien vollzieht, wo seine verbündeten Gruppierungen erste Safe Havens installiert haben:
http://www.theatlantic.com/internat…
Wir somit erst am Anfang der 5. Welle des Terrorismus stehen, die die 4. Welle des religiösen Terrorismus seit 1979 (Brian Jenkins) weiterführt, wobei die WENA Region immer noch eines der sichersten Regionen bezüglich möglicher terroristischer Anschläge bleibt.
Zumal kein noch so blutiger Anschlag eine verfasste Ordnung in ihren Grundfesten erschüttern kann, wenn man schon jetzt im Rahmen des hollistisch angelegten präventiven Counterterrorism, der sicherheitspolitische und gesellschaftliche Ebene verbindet, u.a. die psychische Widerstandskraft der Bevölkerung (Resilience) stärkt.
So auch einer meiner Lehrer im Bereich Terrorism-Counterterrorism Prof. Edwin Bakker (CTC-Universität Leiden, ICCT-The Hague, NATO Defense College).
Andere Länder wie Kanada sind hier schon viel weiter:
https://www.publicsafety.gc.ca/cnt/…

Dr. Thomas Tartsch; Politikberatung und Beratung Terrorism-Counterterrorism
Copyright und alle Rechte: Bei den jeweiligen Autoren; Bei meinen Ausführungen: Bei mir.
E-Mail: info@thomastartsch.org, Internetpräsenz: http://www.thomastartsch.org
Sonntag, 20.3.2016

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