Selbstmordattentat in Istanbul bestätigt Warnungen der ILMÖ vor stetig steigender Gefährdung Europas durch den Salafi Dschihadismus Europa steht vor einer fünften Welle des Terrorismus, womit terroristische Anschläge zur Normalität sozialer Wirklichkeit werden

Presseaussendung
Initiative Liberaler Muslime Österreich – ILMÖ
Wien, Mittwoch 13.01.2016

Selbstmordattentat in Istanbul bestätigt Warnungen der ILMÖ vor stetig steigender Gefährdung Europas durch den Salafi Dschihadismus

Europa steht vor einer fünften Welle des Terrorismus, womit terroristische Anschläge zur Normalität sozialer Wirklichkeit werden
Das Selbstmordattentat am 12.01.2015 auf ein beliebtes Touristenzentrum in Istanbul verdeutlicht nicht nur die steigende Gefährdung westlicher Urlauber in muslimischen Staaten als schwer zu schützende Soft Targets, da durch solche Anschläge mittel– bis langfristig die jeweilige Tourismusbranche des Landes getroffen werden soll, um ökonomische und politische Destabilität zu erzeugen.
Sondern auch eine gezielte Eskalation durch DAESH, da nach derzeitigem Erkenntnisstand der Attentäter aus den Reihen dieser salafistisch-dschihadistischen Gruppierung stammen soll.
Für DAESH als Anstifter spricht auch die Zielauswahl, da sowohl die ethno-nationalistische und linksextremistische PKK, als auch die marxistisch-leninistische Untergrundorganisation „Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front“ (DHKP-C) bisher primär Attentate gegen Repräsentanten des türkischen Staates ausübten.
Wie Dr. Amer Albayati und der Counterterrorism erater Dr. Thomas Tartsch in ihren Beiträgen zu den Jahresberichten 2016 der ILMÖ ausgeführt haben, stellt der Salafi Dschihadismus von DAESH und Gruppierungen des Netzwerkes al-Qaidah eine beständig steigende Gefahr für Europa und Nordamerika dar.
Das verdeutlichte 2015 die quantitativ stark gestiegene Zahl von Anschlägen und Attentate in Europa (Paris) und Nordamerika (San Bernardino) durch Anhänger beider Gruppierungen. Auch 2016 muss mit einer weiteren quantitativen und qualitativen Steigerung der Zahl terroristischer Anschläge und Attentate durch ein heterogenes Täterspektrum gerechnet werden, womit sich dieser religiös legitimierende Terrorismus zur Normalität sozialer Wirklichkeit entwickelt, da die abstrakte Gefährdungslage immer öfter in eine konkrete Gefährdungslage umschlägt. Richtigerweise spricht daher der Terrorismusforscher Peter Neumann von einer beginnenden fünften Welle des Terrorismus, die den Westen mindestens eine Generation beschäftigen wird.
Albayati/Tartsch sehen den Anschlag in Istanbul, wenn sich die Urheberschaft von DAESH bestätigen sollte, als Fanal und Ausgangspunkt weiterer Entwicklungen:
Erstens als den Beginn vermehrter Anschläge auf westliche Touristen in muslimischen Ländern als Soft Targets, um nicht nur einen hohen Bodycount an Opfern zu erzielen, damit ein globales Medieninteresse erzeugt wird. Sondern auch, um die Tourismusbranchen der jeweiligen Länder zu treffen. Das haben die Attentate 2015 in Ägypten und Tunesien gezeigt, die seither massive ökonomische Verluste hinnehmen mussten, was zu politischer Instabilität und sozialen Eruptionen führt.
Zweitens der Versuch, durch Terrorismus als Kommunikationsstrategie die politische Stimmung in den westlichen Ländern im Sinne von DAESH zu verändern, damit die jeweilige Bevölkerung die Regierungen unter Druck setzt, damit diese ihre militärische Unterstützung im Kampf gegen DAESH aufgibt, wenn der Bodycount von Opfern durch Anschläge eine bestimmte Höhe überschreitet.
Der jetzige Anschlag hat primär deutsche Urlauber getroffen. Ein Land, welches sich in Syrien und Irak gegen DAESH und al-Qaidah engagiert. So sind deutsche Tornados der Luftwaffe auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik stationiert, von wo aus Aufklärungseinsätze geflogen werden. Ob der Anschlag daher gezielt deutschen Urlaubern galt, kann derzeit nicht bestätigt werden. Gleichzeitig kann der Anschlag auch der Versuch von DAESH darstellen, bestehende Ressentiments gegen Muslime in Europa und Nordamerika gezielt zu verstärken, um eine gesellschaftliche Spaltung entlang ethnisch-religiöser Bruchlinien voranzutreiben.
Drittens eine bewusste Eskalation der militärischen Situation durch DAESH zur vermehrten Mobilisierung der globalen Anhängerschaft für eine Hidschra als Foreign Fighter in das Kalifat und die Ausübung der gewaltsamen Dschihadismus in Europa/Nordamerika, da das Kalifat in ash-Sham vermehrt in die Defensive gerät.
Da DAESH auch eine eschatologische Islamauslegung vertritt, die in al-Malhama (Armageddon) münden soll, könnte dieser Anschlag gleichzeitig den Beginn einer Serie weiterer Attentate darstellen, um die militärische Situation vor Ort zu verschärfen
Dieses Ende der Welt soll mit al-Malhama al-Kubra, der großen Endschlacht zwischen Muslimen und Christen bei dem syrischen Ort Dabiq beginnen, wobei Isa (Jesus) bei der Umayyaden-Moschee in Damaskus wieder auf der Erde erscheinen wird, um den Dajjal (die islamische Version des Antichristen) zu töten, da mit al-Malhama al-Kubra der Yaum ad-Din (Tag des Gerichts) beginnt. Ein im Islam bekanntes und als Sahih (authentisch) eingestuftes Hadith aus der Sunnah Muhammads, welches im Westen weithin unbekannt ist, berichtet von al-Malhama al-Kubra bei Dabiq:
„Abu Huraira berichtete daß der Gesandte Allahs s.a.w. sagte: „Die letzte Stunde wird nicht kommen bis die Römer bei al-A’maq oder in Dabiq an Land gehen. Eine Armee der besten (Soldaten) von den Leuten der Erde zu dieser Zeit wird von einer Stadt (Medina) kommen (um sich ihnen entgegenzustellen). Wenn sie sich in Reihen aufstellen, werden die Römer sagen: Steht nicht zwischen uns und jenen (Muslimen), die Gefangene von uns genommen haben. Laßt uns mit ihnen kämpfen. Und die Muslime werden sagen: Nein, bei Allah, wie werden niemals von euch und unseren Brüdern weichen, damit ihr sie bekämpft. Sie werden dann anfangen zu kämpfen, und ein Drittel der Armee wird weglaufen, denen Allah nicht verzeihen wird. Ein Drittel wird getötet werden, und sie sind in den Augen Allahs die besten Märtyrer, und ein Drittel, das niemals Prüfung ausgesetzt wird, wird gewinnen, und sie werden Eroberer Konstantinopels sein. Und während sie damit beschäftigt sind, die Kriegsbeute zu verteilen, nachdem sie ihre Schwerter an die Olivenbäume gehängt haben, wird Satan rufen: ‚Dajjal hat euren Platz bei euren Familien eingenommen.‘ Und sie werden herauskommen, aber es wird nutzlos sein. Und wenn sie nach Syrien kommen, wird er (Dajjal) erscheinen, während sie sich noch für die Schlacht vorbereiten und sich in Reihen aufstellen. Sicherlich, die Zeit des Gebetes wird kommen, und dann wird Jesus a.s., der Sohn der Maria, herabkommen und wird sie im Gebet führen. Wenn der Feind Allahs ihn sehen wird, wird er (verschwinden) genau wie Salz verschwindet, wenn es in Wasser auflöst. Und wenn er (Jesus) ihn nicht konfrontieren würde, selbst dann würde er sich komplett auflösen, aber Allah wird ihn durch seine Hand töten und er wird ihnen das Blut auf seiner Lanze zeigen.“ [Sahih Muslim, Kitab al-Fitan, Hadith 2897]

Nicht ohne Grund hat DAESH seinem führenden Internetmagazin den Namen Dabiq gegeben.
Insoweit DAESH durch die bewusste Einbeziehung der Türkei in den Konflikt in ash-Sham diesen eskalieren lassen will, da der Türkische Staatspräsident Erdoğan und der türkische Ministerpräsident Davutoğlu laut der zweiten Ausgabe des türkischsprachigen DAESH Internetmagazins Konstantinopel nicht nur als „großer und kleiner Satan“ bezeichnet werden, sondern auch als Apostaten gelten, die „den Islam verraten“ haben, womit beide nicht mehr Muslime sind. Und auch die Türkei in Zielspektrum von DAESH steht, da dieses ein „unislamisch“ regiertes Land ist, wo von Menschen gemachte Gesetze gelten, was Taghut (Beigesellung) darstellt. Die schwerste Sünde im Islam.
Zusammenfassend warnen Albayati/Tartsch vor weiteren Anschlägen und Attentaten über das Jahr 2016 gegen Soft Targets durch ein immer heterogener werdendes Täterspektrum, welche sich sowohl gegen westliche Touristen in der muslimischen Welt, als auch gegen die Bevölkerungen in den einzelnen europäischen Ländern und Nordamerika richten werden, was beide in den ILMÖ Jahresberichten ausführlich thematisiert haben.

Jahresberichte 2016 ILMÖ: http://www.initiativeliberalermuslime.org/jahresbericht-2016/

Dr. Amer Albayati, Islam- und Terrorexperten
Präsident, Initiative Liberaler Muslime Österreich – ILMÖ
Mobiltelefon: 069910333243
Email: info@initiativeliberalermuslime.org
http://www.initiativeliberalermuslime.org

Dr. Thomas Tartsch; Politikberatung und Beratung Terrorism-Counterterrorism
E-Mail: info@thomastartsch.org
Internetpräsenz: http://www.thomastartsch.org

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