Exclusiv: DAESH an-Naba Newsletter 41 – Propaganda bez. Anschläge Dschld. et al.

Exclusiv: DAESH an-Naba Newsletter 41 – Propaganda bez. Anschläge Dschld. et al.

Aber wegen des aktuellen DAESH an-Naba (die Botschaft) Newsletter – Issue 41 (02.08.2016) mache ich eine Ausnahme, da wir hier ein gutes Beispiel für DAESH Propaganda haben:

https://ia801509.us.archive.org/19/items/gsdqgtez_mail_41/41.pdf

In der Din A 4 Übersicht auf S.2 übernimmt DAESH die faktische Urheberschaft für alle Anschläge der letzten Zeit in Amerika, Bangladesch, Frankreich und Deutschland.

Und wirbt mit „300 Toten und Verletzten“ als Erfolg.

Das umfasst auch beide Anschläge in Ansbach und Würzburg = linke Seite, letzte und vorletzte Angabe von unten nach oben gelesen, da man Arabisch von rechts nach links liest.

Ich damit auch von rechts oben nach links oben zähle, wobei dann die Datumsangaben nicht in der chronologische Reihenfolge der Anschläge stehen, was hier insoweit nicht von Interesese ist, da es um den Gesamteindruck geht, der vermittelt werden soll, da DAESH faktisch für alle Anschläge in letzter Zeit die Urheberschaft übernommen hat, wobei das nach DAESH Propaganda, die über die semi-offizielle AMAQ Nachrichtenagentur verbreitet wird, alles am Ende immer   جنود الخلافة  Dschunud al Chilafa (Soldaten des Chalifates) sind, die Anschläge ausüben.

Ob das dann auch den realen Hintergründen entspricht, ist zweitrangig, da man bei vielen der Attentäter nie den ganzen Verlauf von Radikalisierung und Dschihadisierung wird nachzeichnen können, wobei ich diesen Hype um „Blitz- und alleinige Internetradikalisierung“ kritisch sehe.

Zumal DAESH hier mit 15 Verletzten beim Anschlag in Würzburg übertreibt.

Mit solchen Propagandamittel wirbt DAESH im Rahmen des arabischsprachigen E-Jihad (Electronic Jihad) um Nachahmungstäter, da es derzeit ruhig ist, aber demnächst wieder Anschläge erfolgen werden.

Insoweit die Zeitspannen zwischen den Anschlägen im Rahmen psychologischer Kriegsführung wichtiger sind, da die Anschläge selber, da in diesen „Ruhephasen“ die psychologischen Wirkungen von Terrorismus als Kommunikationsstrategie zur Erzwingung eines bestimmten Verhaltens bei dem als Feind angesehenen, sich entfalten können.

Das kann man derzeit – wie aus dem Lehrbuch – in Frankreich sehen, wo sich die Gesellschaft nach der Ermordung des Priesters immer weit an den ethnisch-religiösen Bruchlinien der ohnehin schon immer fragiler werdenden französischen Gesellschaft, deren Konzept der Staatsbürgernation als Ergebnis von 1789 als Programm zur Integration und identifikativen Assimilation durch die Vergabe der Staatsbürgerschaft (Citoyenneté) seit Jahrzehnten gescheitert ist, beständig auseinanderdividiert:

https://www.dija.de/laenderinfos-frankreich/aktionsfelder-im-kinder-und-jugendbereich-fr/integration-und-inklusion/

Noch eine Reihe von Anschläge.

Und irgendwann wird es zu sozialen Eruptionen kommen, die die französische Gesellschaft dann ganz spalten werden, was DAESH im Frame der Generierung einer „Die (Nichtmuslime) gegen Uns (Muslime)“ Dichotomie als Ergebnis der Anschläge auch erreichen will, da diese aufgezwungene Weltsicht gesellschaftlich mittel – bis langfrstig implantiert wird.

Wie nach der Ermordung von Theo van Gogh 2004 in den Niederlanden, wo eine Tat mit einem Täter und einem Opfer ausgereicht hat, um die Gesellschaft dauerhaft zu verändern, da auch das immer gelobte integrative Poldermodell der Niederlande nur eine verklärte Chimäre war:

http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/57470/hintergruende

Man trotz alle Defizite bez. Integration und identifikative Assimilation in Deutschland und Österreich im Vergleich zu anderen Ländern wie Frankreich und Belgien derzeit noch eine „komfortable“ Situation besitzt. Diese aber auch wegbrechen wird, wenn man nach Anschlägen so handelt, wie DAESH und al Qaidah es wollen, weil Salafi Dschihadismus in der WENA-Region (Westeuropa-Nordamerika) zu 90% psychologische Kriegsführung und zu 10% Terrorismus beinhaltet.

Zumal die WENA-Region immer ein Nebenschauplatz bleiben wird, während sich das Schicksal des Salafi Dschihadismus in anderen Regionen entscheidet, was derzeit die Schlacht um Halba (Aleppo) zeigt, wo sich die ansonsten verfeindeten Dschihadi Gruppen verbünden mussten, weil eine Niederlage das Ende des Salafi Dschihadismus als offensiv agierender Akteur in ash-Sham einläuten würde.

Was aber schon bez. DAESH nicht eine Weiterführung des gewaltsamen Dschihad als Insurgency-Group innerhalb eines lang andauernden Low intensity conflict (LIC) als Ausformung des Attrition warfare verhindern wird, da man dann einfach in den Status der Vorgängerorganisation Al Qaidah in Iraq (AQI) zurückfällt.

Und derzeit keine holistisch angelegten Strategien für die Zeit nach einem Ende des Krieges in ash-Sham bestehen, um die multiplen Konfliktlagen lösungsorientiert bearbeiten zu können, womit das dann auf einem niedrigeren Level weitergehen wird.

Dr. Thomas Tartsch

Berater Initiative Liberaler Muslime in Österreich (ILMÖ)

Politikberatung; Beratung Terrorism-Counterterrorism

(Schüler von Edwin Bakker und Daniel Byman)

http://www.initiativeliberalermuslime.org/

https://www.facebook.com/amer.albayati.73?fref=nf

https://ameralbayati.wordpress.com/

www.thomastartsch.org

Copyright und alle Rechte: Bei den jeweiligen Autoren. Bei meinen Ausführungen: Bei mir.

 

Exclusiv: DAESH Internetmagazin „Dabiq“ Issue 15 – Statement zu Anschläge Orlando bis Ansbach – Warnungen Albayati/Tartsch bestätigt

https://ameralbayati.wordpress.com/

https://ameralbayati.wordpress.com/2016/07/31/exclusiv-daesh-internetmagazin-dabiq-issue-15-statement-zu-anschlaege-orlando-bis-ansbach-warnungen-albayatitartsch-bestaetigt/

Exclusiv: DAESH Internetmagazin „Dabiq“ Issue 15 – Statement zu Anschläge Orlando bis Ansbach – Warnungen Albayati/Tartsch bestätigt

Gerade reingekommen Sonntag 31.7.2016

Die „druckfrische Ausgabe“ des DAESH Internetmagazins „Dabiq“, Issue 15, mit Statement zu den Anschlägen von Orlando bis Ansbach.

Und Aufruf zu weiteren Anschlägen bis Issue 16 (Save PDF-Link):

https://ia801509.us.archive.org/12/items/Dabiq15_20160731/Dabiq15.pdf

Zum Inhalt:

http://heavy.com/news/2016/07/isis-islamic-state-dabiq-1437-shawwal-15-issue-edition-orlando-nice-ansbach-france-germany-pdf/

Man somit in Zukunft vermehrt mit Anschlägen auf christliche Kirchen durch DAESH und al-Qaidah Muqatilun (Kämpfer) rechnen muss, da „das Kreuz gebrochen werden soll“, was als Symbol der as-Salibiiyn (Kreuzritter – Siehe Cover von Dabiq) bei den Salafi Dschihadis gilt:

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Blutige-Geiselnahme-in-franzoesischer-Kirche;art1222886,3942688

Dr. Amer Albayati (ILMÖ) und ich haben vor der heutigen Sicherheitslage, die in immer kürzeren Taktzeiten von einer abstrakten in eine konkrete Gefährdundslage umschlagen wird, schon seit November 2015 gewarnt:

http://www.initiativeliberalermuslime.org/pressemitteilungen/16-11-2015/

http://www.initiativeliberalermuslime.org/pressemitteilungen/13-01-2016/

Ausführlich dazu unere Beiträge in den ILMÖ Jahesberichten 2016.

Siehe in meinem Beitrag auch die Frage zur Notwendigkeit eines neuen Gesellschaftsvertrages in der Tradition von Hobbes, Locke und Rouusseau, die sich vor dem Hintergrund der ausweitenden Aktivitäten der AKEPE-Lobbyorganisationen in Deutschland und Österreich mehr denn je stellt, da der türkische Staatspräsident anscheinend ein besseres Angebot zur Gemeinschaftsbildung Sui generis auf Grundlage der Parameter ethnische Herrkunft, übrbordender Nationalismus und religiöse Orientierung anbietet, als die jeweiligen Mehrheitsgesellschaften :

http://www.initiativeliberalermuslime.org/jahresbericht-11-01-2016/

Dazu auch meine Einschätzung aus der Perspektive der Migrationssoziologie und Sozialpsychologie (SOPSY):

http://www.atheisten-info.at/downloads/Tartsch.pdf

Zuletzt Dr. Albayati in der Kronenzeitung zu den exogen eingeschleusten Salafi Dschihadis, die jederzeit zuschlagen können:

http://www.krone.at/oesterreich/syrien-schlaechter-sind-unter-uns-in-oesterreich-experten-warnen-story-522272

Und diese 5. Welle des Terrorismus (Neumann, Albayati/Tartsch in Weiterfühung von David C. Rapoport) wird uns noch mindestens eine Generation beschäftigen:

http://www.krone.at/welt/experten-warnen-vor-neuer-welle-des-terrorismus-gefahr-steigt-story-501791

Hier noch eine ansprechende 3 D Präsentation zu den vier Wellen des Terorismus nach Rapoport, was zu den Basisc im Bereich der Terrorismusforschung gehört:

https://prezi.com/j5cptnaaxcsf/the-four-waves-of-terrorism-by-david-c-rapoport-2004/

Jetzt geht es aber in die Sommerpause bis September, weil andere Angelegenheiten bearbeitet werden müssen.

Güzel bir yaz var!

Dr. Thomas Tartsch

Berater Initiative Liberaler Muslime in Österreich (ILMÖ)

Politikberatung; Beratung Terrorism-Counterterrorism

(Schüler von Edwin Bakker und Daniel Byman)

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Copyright und alle Rechte: Bei den jeweiligen Autoren bzw. Albayati/Tartsch (ILMÖ)

Der Islamradikalismus als ständige Bedrohung

http://www.atheisten-info.at/infos/info3131.html

Der Islamradikalismus als ständige Bedrohung

Dr. Amer Albayati, Islam- und Terrorexperte gab am 23.7.2016 folgende Stellungnahme ab:

Türkendemos für den Diktator Erdogan und islamische Radikalisierung sind gefährlich für Österreich und Europa

Die Initiative Liberaler Muslime Österreich – ILMÖ verurteilt die wiederholten national fundamentalistischen Türkendemos für den Diktator Erdogan in Österreich und Europa.

Es ist nicht das erste Mal, dass national-islamistische Türken für den Diktator Erdogan auf unseren Straßen marschierten als Zeugnis dafür, wie wenige Loyalitäten sie zu ihrer Wahlheimat hier haben. Erdogan lässt in der Türkei keinerlei Demos gegen sich zu, er lässt jedoch in Europa seine AKP-Bataillone für ihn marschieren.

Wenn für Erdogan-Demonstranten die Türkei soviel wichtiger ist als ihre Wahlheimat, dann sollten sie Österreich verlassenen und dort im Sultanat Erdogan leben. Die Aberkennung der österreichischen Staatsbürgerschaft für solche Demonstranten würde ihre Verbundenheit mit Erdogans Reich verdeutlichen.

Die Attentate und Terroranschläge in Europa nehmen zu. Solange die Politiker in Europa die Wurzeln der islamistischen Radikalisierung nicht ernsthaft bekämpfen, wird die Terrorgefahr mit jedem Tag weiter steigen.

Die Radikalisierung findet bereits bei der familiären Erziehung statt, in Kindergärten, im Islamunterricht und in den Parallelgesellschaften der zahlreichen radikal islamistischen Moscheevereine. Die Politik wählt hier aber seit Jahrzehnten die untaugliche Strategie des Wegschauens.

Deshalb haben wir liberale Muslime ein Verbotsgesetz gegen den radikalen Islamismus gefordert, egal unter welcher Herkunft oder Nationalität er auftritt.

Es ist unabdingbar: die Politik darf sich von heuchlerischen islamistischen Fundamentalisten nicht mehr über den Tisch ziehen lassen. Wir müssen im Gegenteil die Stärkung eines säkularen reformierten Islams unterstützen, der nicht auf mittelalterlichen Überlieferungen beruht, sondern mit einem aufgeklärten Europa kompatibel ist. Im Islam darf es keine Verbreitung von Lehren geben, , die zu Attentaten und Massenmoden führen! Keine Anwendung der in Europa unzulässigen Schariavorschriften!

Es ist im Sinne einer aufgeklärten und demokratischen Gesellschaft absolut notwendig, dass diese gesellschaftlich und sicherheitspolitisch immer drängender werdenden Fragen und Probleme nicht mit ein paar Floskeln abgetan, sondern mit Vernunft, Augenmaß und gutem Willen diskutiert werden.

Diesen Teufelskreis müssen wir aufbrechen!

Mit „Auf der Todesliste des IS“ (siehe Seifert-Verlag oder Amazon)  –  will ich einen Beitrag leisten, die Gründe für diese Entwicklung zu verstehen und die Entscheidungsträger vor dem Hintergrund dieser immer dramatischer werdenden Entwicklungen wachzurütteln. Ich als Islam-Insider und -Reformer, ausgehend von meiner persönlichen Situation, als bedrohter Warner vor Radikalismus und Terror, kann sehr anschaulich und auch für den Normalbürger gut nachvollziehbar die Bedrohung, die über Europa schwebt, darstellen.

Dr. Amer Albayati, Islam- und Terrorexperte – Präsident der Initiative Liberaler Muslime Österreich – ILMÖ

Die Folgen des gescheiterten Putschversuches in der Türkei für Europa

Die Folgen des gescheiterten Putschversuches in der Türkei für Europa

Von Thomas Tartsch

Vor der Folie der aktuellen Entwicklungen nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei, die durch die derzeit stattfindenden „Säuberungen“ zur uneingeschränkten und parlamentarisch unkontrollierten Machtausübung der islamistischen Adalet ve Kalkınma Partisi (AKEPE) und ihres charismatischen Staatspräsidenten  und eine 2. türkische Republik religiös-nationalistischer Prägung mit autoritär regierenden Staatsoberhaupt und Ausformung einer Kleptokratie führen, ergeben sich auch kurz- bis langfristige Auswirkungen für Europa, die hier kurz angerissen werden.

Wobei der Schwerpunkt auf Österreich liegt. Die angesprochenen sozial-desintegrativen Konflikt- und politisch motivierten Gewaltpotentiale aber auch in allen europäischen Ländern mit türkischen Communities bestehen.

 

Die absehbare Erdoğanisierung der IGGiÖ wird im Zusammenspiel mit einer weitergehenden AKEPE’desierung der ATIB Union nicht nur den Einfluss der derzeitigen türkischen Regierung islamistisch-nationalistisch Ausprägung in Österreich verstärken, da die über ATIB Union als faktischer Auslandsableger des 1924 gegründeten Diyanet İşleri Başkanlığı (Präsidiums für religiöse Angelegenheiten) mit dem derzeitigen Präsidenten Mehmet Görmez (geb. 1959) in die angeschlossenen Moscheegemeinden entsandten Hodschas dort oftmals die sunnitische AKEPE Islamsaulegung in Verbindung mit übersteigerten Nationalismus verbreiten.

Neben bestehenden Problemlagen wie marginale Sprachkenntnissen und fehlenden Grundlagenwissen über die in Österreich bestehende soziale Realität der Hodschas, die kritisch zu hinterfragen sind, steht dabei auch die Frage im Raum, wie diese zur Entwicklung einer identifikativen Identität bei den jungen und jugendlichen Gemeindemitgliedern beitragen sollen, da schon das auf Über- und Unterordnung beruhende soziale Gefüge in den Moscheen (Alt über Jung, Mann über Frau in getrennten Bereichen) im Rahmen der Kinder- und Jugendarbeit salafistischen Angeboten zur bruchlosen Einfügung in dortigen Strukturen auf Grundlage vorgeblicher vollkommener Gleichheit der salafistischen Mitglieder der jeweiligen Ummah (Gemeinde) unterlegen ist, wobei AKEPE Islamauslegung unter staatlicher Kontrolle und das erst hier entstandene spezifisch-salafistische Islamverständnis europäischer Prägung bis zum gewaltsam ausgelegten salafistischen Dschiahdismus zwei verschiedene Tatbestände darstellen, die man genau trennen und analysieren muss, da schon der durch die Arbeitsmigration mitgebrachte türkisch geprägte Islam kein gewaltsam ausgelegter dschihadistischer Islam war. Sondern ein einfacher Volksislam mit Einsprengseln von Aberglauben.

Soweit sind die seit Jahren im aktuellen Diskurs über die Person des türkischen Staatspräsidenten bis zum Exzess zitierten Fragmente aus dem Gedicht İlahi Ordu (Göttliche Armee), des türkischen Soziologen und einen der geistigen Stammväter des kemalistischen Nationalismus Mehmet Ziya (Ziya Gökalp, ca. 1874 – 1924), aus seiner Zeit als Bürgermeister von Istanbul, für die er im April 1998 zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, kein Indiz auf sein Islamverständnis, da dieses patriotisch inspirierte Gedicht zur Zeit des 1. Balkankrieges 1912 zwischen Balkan-Viererbund und osmanischem Imperium ohne dezidiert religiösen Hintergrund entstand:

 

Die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme

Die Moscheen unsere Kasernen, die Gläubigen unsere Soldaten

Diese göttliche Armee ist bereit […]

Gott ist groß, Gott ist groß.

 

Im türkischen Original:

 

Minareler süngü, kubbeler miğfer

Camiler kışlamız, mü’minler asker

Bu ilahi ordu dinimi bekler […]

Allahu Ekber, Allahu Ekber.

 

Sondern es ist seine Ansicht, man kann nicht gleichzeitig Laizist und Muslim sein kann (Hem Laik Hem de Müslüman Olunmaz), wobei der türkische Laizismus weder Säkularismus, noch französischer Laizismus war und ist.

Insoweit das vertretene Islamverständnis des türkischen Staatspräsidenten eine Trennung von religiöser und politischer Sphäre negiert, was dem Grundsatz des freiheitlichen, säkularisierten Staates widerspricht, der nicht religionsfeindlich ist.

Aber der die Verpflichtung besitzt, jede Religion in einer Minderheitenposition zu belassen.

Gerade dann, wenn etwa religiöse Gruppen allgemein gewährte Freiheitsrechte wie die Religionsfreiheit, die zur Verhinderung religiös legitimierter zwischenmenschlicher Gewalt als Erfahrung aus den abendländisch-konfessionellen Kriegen gewährt wird, da am Ende dieser Kriege der Zusammenbruch jeglicher normativer Ordnung stand, zur Durchsetzung politischer Ziele benutzen, um die geltende freiheitlich und wertepluralistisch verfasste Ordnung zu überwinden, da die Religionsfreiheit zwar ohne Bedingung, aber nicht ohne Grenzen gewährt wird, da eine uneingeschränkt geltende Religionsfreiheit wieder religiös legitimierte zwischenmenschliche Gewalt auslösen würde, womit der anarchische Urzustand des Bellum omnium conra omnes eintritt, da kein Souverän besteht, der Frieden, Sicherheit, Recht auf eigene materielle Güter und eingegrenzte Freiheit garantiert, was heute vielfach als atavistisches Staatsverständnis bezeichnet wird.

Im Grundsatz aber nur die legitimatorischen Voraussetzungen des Souveräns als Inhaber des Monopols der physischen Gewaltsamkeit (Max Weber) beschreibt, ohne dessen Willen und Möglichkeiten zur Durchsetzung des staatlichen Gewaltmonopols sich keine gesellschaftliche Ordnung entwickeln kann, da der Souverän, wie auch immer politisch organisiert, ein sterblicher Gott ist, weil Verträge ohne das Schwert nichts wert sind (Thomas Hobbes – Leviathan, Kap.17: «Und Verträge ohne Schwert sind bloße Worte und besitzen nicht die Kraft, einem Menschen auch nur die geringste Sicherheit zu bieten.»)

Zudem lebt der freiheitliche, säkularisierte Staat bekanntlich von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann (Böckenförde Diktum), weil das Gefüge des gesellschaftliche Zusammenleben als allgemein geteilter Werte- und Normenkanon aus den Gesellschaftsmitgliedern selbst hervorgehen muss, da der Souverän dieses nicht autoritär vorgeben und durchsetzen kann, was derzeit aber in der Türkei geschieht.

Die Gewährung von Religionsfreiheit und die strukturelle Abkoppelung bei der Vergesellschaftung entbindet den Souverän aber eben nicht von der Verpflichtung, einer angestrebten Überwindung durch indigen existente und exogen unterstützte religiöse Kräfte wirksam zu begegnen, was im Rahmen der Möglichkeit langfristiger Überlegungen des türkischen Staatspräsidenten stehen könnte. Unabhängig davon, ob dies im Rahmen objektiver Realität liegt.

Somit das Islamverständnis der AKEPE und des türkischen Staatspräsidenten in Europa keinen Platz haben kann, da es keinen Säkularismus zulässt.

Gleichzeitig werden sich durch die nicht mehr parlamentarisch und gesellschaftlich einzugrenzende Machtpolitik von Recep Tayyip Erdoğan die jetzt schon bestehenden Abschottungstendenzen entlang ethnisch-religiöser Bruchlinien auf gesellschaftlicher Ebene noch verstärken, da sich ein quantitativ größer werdender Teil – primär jugendlicher AKEPE-Anhänger – im Rahmen sich ausbildender monogamer Staatsloyalität zur AKEPE-Türkei gegen die österreichische Mehrheitsgesellschaft entscheiden, da die AKEPE-Ideologie aus sunnitischen Islam in AKEPE Auslegung, kemalistischen Nationalismus, Wirtschaftsliberalismus und osmanischen Triumphalismus, die sich in der Person des türkischen Staatspräsidenten als neuer osmanischer Sultan kumuliert, zur Grundlage einer Gemeinschaftsbildung innerhalb der Gesamtgesellschaft dient, die auf den Determinanten ethnische Herkunft (Übersteigerung des vor 1923 nicht existenten Türkentums kemalistischer Prägung als sozialer Kitt zur Sozial- und Systemintegration der 1923 gegründeten türkischen Republik) und religiöse Orientierung (sunnitischer AKEPE-Islam mit einer Durchdringung aller Bereiche sozialer Realität als Stabilitätsfaktor innergemeinschaftlicher Lebensbewältigung) beruht, die sich mit revitalisierten osmanischen Triumphalismus als geschichtliche Ortsbestimmung zu einem übergeordneten Frame verbindet, der die sozialen Räume Zentrum (In-Group) und Peripherie (Out-Group) absteckt.

Dies dient der Selbstvergewisserung der eigenen ethnisch-nationalistisch und religiös definierten sozialen Identität sui generis, die sich als überlegen ansieht, um subjektiv oder objektiv erfahrende Marginalisierungs- und Diskriminierungserfahrungen durch die Mehrheitsgesellschaft zu kompensieren, indem im Vergleich der Mitgliedschaft in der In-Group andere soziale Gruppen der Out-Group entlang ethnischer, religiöser, wirtschaftlicher und politischer Bewertungskriterien generell abgewertet werden, während die Mitgliedschaft in der eigenen sozialen Gruppe durch die Pejoration anderer sozialer Gruppen an Salienz gewinnt (Melioration), womit man diese nicht verlässt (Theorie der sozialen Identität und Selbstkategorisierungstheorie; Tajfel/Turner et al.).

Die Folge dieser Entwicklung kann, in Abhängigkeit von den weiteren politischen Entwicklungen in der Türkei und Europa, zu klassischen In-Group –  Out-Group Konflikten führen, da jede Kritik aus der Mehrheitsgeselslchaft am türkischen Staatspräsidenten auf politisch-gesellschaftlicher Ebene als direkter Angriff auf die eigene Identität innerhalb der sozialen gemeinschaftlichen Kollektividentität „AKEPE Türke und stolzer Nachfahre der Osmanen“ angesehen wird, was in der Abfolge gruppendynamischer Prozesse zu entsprechenden sozialen Eruptionen und delinquenten Verhalten führt, welches durch gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen eine spezifische sozialpsychologische Unterfütterung erhält.

Diese Gewalt kann sich sowohl gegen die österreichische Gesellschaft und deren Sicherheitskräfte als Out-Group 1 richten.

Eine Vorstellung des dazu schon existenten Konfliktpersonals boten die Demonstrationen von AKEPE Anhängern in der Nacht des gescheiterten Putsches und am Wochenende danach, die unter Ägide einer einschlägig bekannten AKEPE Lobbyorganisation initiiert wurden.

Diese zeigten die kurzfristig abrufbare Mobilisierungsfähigkeit und –willigkeit von Anhängern des türkischen Staatspräsidenten in Teilen der türkischen Communities in Europa , womit man auch von allgemeinen Machtdemonstrationen innerhalb der Mehrheitsgesellschaft sprechen kann, die teilweise jetzt schon nicht mehr mit den gesellschaftlich allgemein geteilten Werten- und Normensystem sozial imprägniert sind, was die abnehmende identifikative Assimilation verdeutlicht, die als graduelle Angleichung von Einwandererminoritäten und folgender Generationen an die Mehrheitsgesellschaft definiert wird, womit eine De-Segregation ihres ursprünglich abweichenden und aparten Status erfolgt.

Assimilation im Grundsatz einseitig auf eine typischerweise dominante Fremdgruppe stattfindet, was eine Veränderung und Übernahme kultureller Standarts, Muster und Werte beinhaltet.

Die klassische Migrationsforschung ging hierbei von einem intergenerativen und chronologischen Ablauf aus, bei der nach kognitiver Assimilation (Spracherwerb), strukturelle Integration (Schule, Beruf, Arbeitsmarkt) und soziale Integration (Kontakte zur Mehrheitsgesellschaft, Netzwerkbildung) identifikative Assimilation stand (ohne dies hier weiter einer Definition zu unterziehen, weil das den Rahmen sprengen würde).

Dies ist insoweit oftmals obsolet geworden, da die beständige Zunahme sozialer Komplexität und die Vervielfachung sozialer Handlungsmöglichkeiten des „Anything goes“ nicht mehr durch einen linear verlaufenden Prozess beschrieben werden kann, da die westlichen Mehrheitsgesellschaften oftmals selbst Anzeichen zunehmender sozial-ökonomischer Desintegration zeigen, da man nicht mehr sagen kann oder will, an welche gesellschaftlich geteilten Normen- und Werte sich Zuwanderer und ihre Nachkommen orientieren sollen, um eine identifikative Assimilation zu erzielen, womit ein Black Hole Realität wurde, welches von Angeboten zur Vergemeinschaftung  von den aus der Türkei entsandten Hodschas und Lobbyorganisationen der AKEPE zunehmend gefüllt wird.

Aber auch gegen Mitglieder sozialer Gruppen im Rahmen exogener innertürkischer Konflikte, die nach Europa im Rahmen der Arbeitsmigration importiert wurden, wie Anhänger der kurdischen, marxistisch-leninistischen Kaderpartei Partiya Karkerên Kurdistanê (PEKEKE) als Out-Group 2 können sich Gewaltpotentiale entladen, da beide Gruppen den exogenen Konflikt seit Jahren in Europa gewaltsam austragen, wobei sich die ohnehin explosive Gemengelage durch den Krieg in den kurdischen Türkengebieten und in Syrien noch verschärft hat.

Was aktuell ebenso gegen in Europa lebende Anhänger der als Hizmet (Dienst) oder Gülen Hareketi bekannten religiös-sozialen Bewegung des uneinheitlich bewerteten Predigers Fethullah Gülen als Out-Group 3 gilt, der als Drahtzieher des gescheiterten Putschversuches vom türkischen Staatspräsidenten genannt wird, während dessen Bewegung in der Türkei schon vor längerer Zeit zur „Fethullistischen Terrororganisation“ (FETO) erklärt wurde, die eigentlich als weitgehend zerschlagen galt.

Insgesamt gesehen kann, bei gleich bleibenden und/oder sich verschärfenden Entwicklungen, fortschreitende gesellschaftliche Abschottung und politisch-ethnisch-religiös motivierte Strassengewalt zur Realität sozialen Lebens in Österreich und Europa werden, da die angerissenen Entwicklungen in allen europäischen Staaten mit türkischen Communities zu konstatieren sind.

Zumal derzeit nicht absehbar ist, dass die AKEPE in der Türkei ihre Lobbyarbeit in Europa einstellt, sondern diese beständig ausbauen wird.

Ebenso muss man beobachten, wie sich die parlamentarische Zusammenarbeit zwischen islamistischer AKEPE und rechtsextremer-turanistisch eingestufter Milliyetçi Hareket Partisi (MEHEPE) als einzige parlamentarische Oppositionskraft von Gewicht entwickelt, deren Anhänger in Europa u.a. als Bozkurtçular (Graue Wölfe) bekannt sind.

Sich somit politisch ausgelegter Islamismus mit nationalistischen Einschlag kemalistischer Prägung und politischer Rechtsextremismus mit nationalistisch-religiöser Unterfütterung annähern könnten, was sich auch auf die türkischen Communities in Europa auswirken würde, da beide Ideologien, bei allen Unterschieden, auch teilweise Schnittmengen aufweisen.

Hier gilt es, die weiteren Entwicklungen auf allen angesprochenen Ebenen im Auge zu behalten. Und entsprechend auf politischer Ebene zu reagieren.

 

Dr. Thomas Tartsch

Berater Initiative Liberaler Muslime in Österreich (ILMÖ)

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Man kann nicht mehr zwischen Islam und Islamismus unterscheiden

http://www.andreas-unterberger.at/2016/07/man-kann-nicht-mehr-zwischen-islam-und-islamismus-unterscheiden/

Man kann nicht mehr zwischen Islam und Islamismus unterscheiden

  1. Juli 2016 21:37 | Autor: Amer Albayati

Warum passiert in Osteuropa kein solcher Terror, sondern immer nur in Westeuropa? Weil hier viele radikale Islamisten und Terroristen schalten und walten, wie sie wollen und leider sogar politische Hilfe und auch Subventionen erhalten. Deshalb wird der furchtbare Nizza-Terror nicht der letzte gewesen sein.

Europa ist mitverantwortlich, weil es radikale Islamisten und ihre Organisationen massiv weiter unterstützt. Die neuen Bedrohungen zeigen aber auch, in welcher Bedrängnis die Terroristen sich aufgrund der vielen militärischen Niederlagen in Syrien und im Irak sowie des Schrumpfens ihrer Geldquellen aus Öleinnahmen und dergleichen befinden.

Deshalb müssen diese neuen Terrordrohungen als verzweifelte Propaganda und psychologische Kriegsführung gesehen werden. Vorsicht ist geboten, ohne Angstmache betreiben zu wollen. Alle Menschen, vor allem die Muslime, sind zu Wachsamkeit aufgerufen. Jede merkwürdige und verdächtige Bewegung sollte der Polizei gemeldet werden. Unser Verfassungsschutz und alle unsere Polizeiorgane wie WEGA und Cobra sind im Dauereinsatz, damit unsere Sicherheit und der Frieden aufrechterhalten bleiben.

In Anbetracht der wachsenden Gefahren durch den islamischen Terrorismus muss man aber auch die richtige Lösungen und Pläne vorbereiten. Die internationalen Erfahrungen haben gezeigt, dass Einzelkräfte dieser Herausforderung nicht mehr alleine begegnen können. Der zukünftige islamische Terror entwickelt sich in alle Richtungen und benutzt unerwartete Mittel und Wege. Daher müssen wir uns gegen verschiedene mögliche Angriffe (Atom, Chemie, Gas, Giftwaffen, Strom, aber auch Cyber-Attacken) rüsten. Nur in Zusammenarbeit und mit Mobilisierung aller Kräfte des Bundesheeres, des Innenministeriums und des Verfassungsschutzes können die richtigen Mittel gewählt werden. Die Aufgabe, den Terror einheitlich zu bekämpfen, kann nur durch gemeinsame Koordination im Ernstfall bewältigt werden.

Bestimmte Politiker und manche Journalisten müssen aber auch endlich aufhören, Propaganda für den politischen Islam und die radikalen Islamisten zu verbreiten. Sie machen dadurch auch die Terroristen salonfähig.

Jeder kriminelle und verurteilte Terrorist im Gefängnis kostet die Steuerzahler etwa 3.000 Euro monatlich. Dazu kommen die Kosten für radikale Seelsorger in den Gefängnissen – und das, obwohl es in Wahrheit im Islam keine Hierarchie, kein Priestertum und auch keine Seelsorger gibt. Dadurch können sich die Islamisten aber auch im Gefängnis vernetzen.

Von philoislamistischer Seite waren zum Nizza-Attentat sofort Stimmen laut geworden, der Attentäter wäre gar kein gläubiger Muslim gewesen. Diese verstummten erst, als sein Umfeld bestätigt hatte, dass er den Anschlag sehr wohl als Muslim begangen hatte.

Interessant ist auch eine Meldung, die man nur aus verschiedenen katholischen Medien – einschließlich Radio Vatikan – erfährt: Hocine Drouiche, der Vizepräsident der „Konferenz französischer Imame“, ist nach dem Attentat aus dieser und anderen Funktionen in islamischen Organisationen zurückgetreten. „Ich gebe meinen Rücktritt und meine Ablehnung dieser inkompetenten Institutionen bekannt, die nichts für den sozialen Frieden tun und ständig wiederholen, dass es keinen Extremismus gibt.“ Er drückte seine Hoffnung aus, dass in den Moscheen über das Attentat gesprochen werde und nicht über Dinge, die nichts damit zu tun hätten. Heute könne man nicht mehr zwischen Islam und Islamismus unterscheiden.

Dr. Amer Albayati, Islam- und Terrorexperte – Präsident, Initiative Liberaler Muslime Österreich – ILMÖ 

– See more at: http://www.andreas-unterberger.at/2016/07/man-kann-nicht-mehr-zwischen-islam-und-islamismus-unterscheiden/#sthash.pCHeO0fF.dpuf

 

Wie Präsident Erdoğan seinen Einfluss in Österreich ausweitet

http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/walterskirchen/5051955/Wie-Praesident-Erdogan-seinen-Einfluss-in-Osterreich-ausweitet

Wie Präsident Erdoğan seinen Einfluss in Österreich ausweitet

Dem neuen Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft wird von muslimischen Verbänden vorgeworfen, einen politischen Islam zu vertreten.

17.07.2016 | 18:12 |  Gudula Walterskirchen  (Die Presse)

 

Quergeschrieben

Statt für die Politik ein verlässlicher Ansprechpartner zu sein, wird die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) zunehmend zum Problemfall. Für die Politik war es praktisch, den Dachverband quasi zu „verkirchlichen“ und damit nur einen einzigen Ansprechpartner und Verantwortlichen statt einer Vielzahl von Moscheenvereinen als Visavis zu haben. Bloß funktioniert dies nicht.

Zum einen weisen Muslime darauf hin, dass sie keine Kirche sind; zum anderen gibt es im Islam im Grunde keine Trennung von Politik und Religion, wie man beim türkischen Verein Atib, dem der neue Präsident Ibrahim Olgun angehört hat, gut ablesen kann.

Olgun ist Theologe und war Angestellter der Atib, deren Obmann der türkische Kulturattaché ist. Der Verein gilt als absolut Erdoğan-treu und als dessen Arm im Ausland. Innerhalb der IGGiÖ wird befürchtet, dass die türkische Gemeinschaft und Vereine wie Atib nun eine Vormachtstellung einzementieren und künftig den Alleinvertretungsanspruch für alle Muslime in Österreich stellen wollen. Dagegen wehren sich die Kurden, denen eine eigene Vertretung zugesprochen wurde.

Die Initiative Liberaler Muslime fordert ein Verbotsgesetz für radikale Islamverbände und jene, die einen politischen Islam vertreten, ähnlich dem NS-Verbotsgesetz. Dazu zählen sie unter anderen die Muslimbruderschaft, Milli Görüs – und auch die Atib.

Auch die arabischstämmigen Muslime, allen voran deren Vorsitzende Hassan Mousa, kritisierten die Wahl des neuen Präsidenten als „undemokratisch“ und „gesetzwidrig“. Sie haben die Wahl angefochten. Mousa befürchtet, dass fortan die türkische Religionsbehörde den Ton angeben werde, was sicher zu keinem Islam europäischer Prägung, sondern zu einem politischen Islam führen werde.

Dabei berührt Mousa, Betreiber einer umstrittenen strengreligiösen Schule, einen sensiblen Punkt: Hauptziel des neuen Islamgesetzes ist es, Muslime in Österreich der Fernsteuerung aus dem Ausland zu entziehen. Schon vor dem Beschluss des Islamgesetzes waren große Vereinigungen wie Atib gegen das Verbot der Auslandsfinanzierung Sturm gelaufen.

Dass der immer autoritärer regierende Erdoğan Anhänger eines fundamentalistisch-politischen Islam ist, beweist er täglich. Ebenso betont er, dass er Auslandstürken als seine Untertanen und als Vortrupp für eine (Rück-)Eroberung Europas betrachtet. Erdoğan spricht gern von der Wiedererrichtung des Osmanischen Reiches und ruft seine Landsleute im Ausland dazu auf, sich nicht zu integrieren.

Die problematische Wahl des neuen IGGiÖ-Präsidenten, die selbst von türkischen Vereinen wegen Regelwidrigkeiten kritisiert wird, ist erst der Auftakt für eine weitere Diskussion innerhalb der muslimischen Gemeinden in Österreich über Grundsätze und Ziele. Die Angelegenheit ist aber auch für Nicht-Muslime von Bedeutung, hängt davon doch das Gelingen oder Nichtgelingen des künftigen Zusammenlebens ab. Der deutsche Islam-Kritiker Hamad Abdel Samad wertet es als Fehler, dass die Politik die Integration über die Islamverbände regeln will. Diese seien konservativ dominiert und würden immer mehr Ansprüche erheben.

Der neue IGGiÖ-Präsident ist in der Öffentlichkeit ein noch unbeschriebenes Blatt. Er betont, „Brücken bauen“ zu wollen. Er hat alle Chancen, Distanz zu Ankara und zum fundamentalistischen Islam zu beweisen. Aber es ist notwendig, dass seine Aktivitäten sowohl von der islamischen Gemeinde als auch von außerhalb mit Argwohn beobachtet und notfalls auch Konsequenzen gezogen werden.

Das Islamgesetz sollte überarbeitet und Vorgänge in der IGGiÖ und in fundamentalistischen Vereinen von den Verantwortlichen in diesem Land genau verfolgt werden. Es kann nicht das Ziel sein, einen politischen Islam, wie er gerade in der Türkei etabliert wird, in Österreich zu akzeptieren oder gar zu fördern.

E-Mails an:debatte@diepresse.com

Zur Autorin:

Dr. Gudula
Walterskirchen ist Historikerin und
Publizistin. Sie war bis 2005 Redakteurin der „Presse“, ist seither freie Journalistin und Autorin zahlreicher Bücher mit historischem Schwerpunkt.

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 18.07.2016)

 

Terror und Integration

http://www.atheisten-info.at/infos/info3121.html

Terror und Integration

Amer Albayati – Stellungnahme vom 16.7.2016 zum Nizza-Terror:

Europa und der falsche Integration sind mitverantwortlich

Wir haben immer gewarnt und können nicht genügend warnen… aber warum passiert in Osteuropa kein solcher Terror, sondern immer in Westeuropa? Weil hier viele radikale Islamisten und Terroristen schalten und walten wie sie wollen und leider sogar politische Hilfe und auch Subventionen erhalten.

Deshalb wird der furchtbare Nizza-Terror nicht der letzte sein, da Europa mitverantwortlich ist und radikale Islamisten und ihre Organisationen massiv weiter unterstützt.

Diese neuen Drohungen gegen die Welt und Europa zeigen in welcher Bedrängnis die Terroristen sich aufgrund der vielen militärischen Niederlagen in Syrien und Irak befinden, sowie des Schrumpfens ihrer Geldquellen aus Öleinnahmen und dergleichen und von ihren Anhängern.

Deshalb müssen diese neuen Terrordrohungen als verzweifelte Propaganda und psychologische Kriegsführung gesehen werden, trotzdem ist Vorsicht geboten ohne Angstmache zu betreiben, daher sind alle Menschen vor allem die Muslime zu Wachsamkeit aufgerufen und der Polizei jede merkwürdige und verdächtige Bewegung zu melden. Bemerkenswert, dass unser Verfassungsschutz und alle unsere Polizeiorgane wie Wega, Cobra und unsere Schutzpolizei im Dauereinsatz sind, damit unsere Sicherheit und der Frieden Gott sei Dank unter gesamte Kontrolle des Innenministeriums, auf dass die Feierlichkeiten ungestört friedlich weitergehen können.

In Anbetracht der wachsenden Gefahren des islamischen Terrorismus muss man richtige Lösungen und Pläne vorbereiten. Die internationalen Erfahrungen haben gezeigt, dass Einzelkräfte dieser Herausforderung nicht mehr alleine begegnen können. Der zukünftige islamische Terror entwickelt sich in alle Richtungen und benutzt unerwartete Mittel und Wege. Daher müssen wir uns gegen verschiedene mögliche Angriffe (Atom, Chemie, Gas, Giftwaffen, Strom, aber auch Cyber-Attacken) rüsten. Nur in Zusammenarbeit und mit Mobilisierung aller Kräfte des Jagdkommandos des Bundesheeres und der Cobra des Innenministeriums und des Verfassungsschutzes, der Informationen sammelt, können die richtigen Mittel gewählt werden. Diese Aufgabe kann nur durch gemeinsame Koordination unter einem Kommando im Ernstfall bewältigt werden, um einheitlich den Terror zu bekämpfen. Jede Kraft hat dabei ihre eigenen spezifischen Stärken. Es kommt darauf an, wie wir dann davon Gebrauch machen.

Außerdem müssen bestimmte Politiker und manche Journalisten endlich aufhören, Propaganda für den politischen Islam und die radikalen Islamisten in die Medien zu verbreiten, da sie dadurch auch die Terroristen salonfähig machen, diese Fehler müssen sofort aufhören.

Jeder kriminelle und verurteilte Terrorist im Gefängnis kostet die Steuerzahler etwa 3000 Euro monatlich. Dazu kommen radikale Seelsorger in den Gefängnissen, obwohl es in Wahrheit im Islam keine Hierarchie und Priestertum oder Seelsorger gibt. Dadurch können sie sich auch im Gefängnis treffen und vernetzen, sodass diese Heuchelei mehr schadet als hilft. Man kann diese Terrorgefahr nicht nur in Europa lösen und beseitigen, sondern müsste auch das durch Kriege und Waffenlieferung entstandene Vakuum im Nahen Osten und Afrika beseitigen, das würde mächtig mithelfen, die Terroristen zu stoppen.

„Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“ – George Orwell

Fazit: Europa und der falsche Integration sind mitverantwortlich.

Dr. Amer Albayati, Islam- und Terrorexperte – Präsident, Initiative Liberaler Muslime Österreich – ILMÖ

PS atheisten-info: Nachdem sofort von philoislamistischer Seite zum Nizza-Attentat Stimmen laut wurden, der Attentäter wäre gar kein gläubiger Muslim gewesen und das erst aufhörte, als aus seinem Umfeld bestätigt wurde, dass er den Anschlag als Muslim begangen hatte, ist auch die folgende Botschaft, die von katholischer Seite, aber nicht von den „politisch korrekten“ Medien verbreitet wird, nicht uninteressant: Laut verschiedener katholischen Medien – einschließlich Radio Vatikan – wird über den Rücktritt von Hocine Drouiche, dem Vizepräsident der Vereinigung französischer Imame, berichtet, der u.a. gesagt hat, er hoffe, dass in den Moscheen über das Attentat gesprochen werde und nicht über Dinge, die nichts damit zu tun hätten, heute könne man nicht mehr zwischen Islam und Islamismus unterscheiden.

Es freut unsereinen, wenn auch ein islamischer Prediger zum selben Schluss kommt: Islam ist Islam und der Islam hat immer mit dem Islam zu tun!

Ausnahme: der liberale Islam, der darf man dem Islam nichts zu tun haben, weil das ist Abfall vom Glauben und Politiker umgeben sich lieber mit Milli Görüs-Anhängern, Salafisten, Muslimbrüdern und Grauen Wölfen, weil die können bei Wahlen Stimmen organisieren…